Dieses Wochenende ist nun das Wochenende der legendären Karnevalsumzüge. Samstag, Sonntag, Rosenmontag und natürlich Faschingsdienstag werden wieder tausende Fastnachtsbegeisterte den kunstvoll geschmückten und zum Teil ironisch beschrifteten Wagenparaden zusehen. Die Kinder stehen am Straßenrand und haben Ihre Taschen, Tüten und Beutel griffbereit, damit auch ganz viele der schönen Naschsachen und anderen Werbepräsente darin landen. Von überall her tönt es je nach Ort oder Stadt HELAU, ALAAF, AHOI und so weiter. Ja, die Jecken haben das schon ziemlich gut in Griff.
Musik tönt von den Wagen, oder aus den Boxen der Handwagen und ab und an kommt auch mal ein Life-Orchester anmarschiert. Das ist dann natürlich was ganz besonderes. In den letzten Jahren waren hier am Untermain sehr viele Posaunenchöre vertreten, welche mit Ihrer fetzigen Musik die Faschingsparade aufpeppten.

Ich bin jedes Jahr von den tollen Kostüm-Ideen und Wagenaufbauten begeistert und frag mich manchmal ehrlich, wie viele Stunden diese Karnevalisten da investieren, das so ein super Ergebnis herauskommt. Mal schauen was dieses Jahr so aktuelles aus Politik und Wirtschaft zu finden ist, denn ein klein wenig Ironie gehört eben einfach dazu.
Doch auch dieses Jahr gilt wieder:
„Am Aschermittwoch ist alles vorbei“ – insbesondere die Zeit der Faschingsfeiern, Karnevalsumzüge und Bälle. Und dann beginnt am Mittwoch nach dem 5 Sonntag vor Ostern (das hat das Konzil von Benevent im Jahr 1091 wirklich so festgelegt – siehe Wikipedia) die Fastenzeit. Heute halten sich natürlich nicht mehr so viele Menschen an die strengen Fastenrituale und verzehren auch in der Zeit vor Ostern Fleisch, Eier und Fett. Aber es gibt auch Tendenzen hin zu neuen Fastenritualen wie den bewussten Verzicht auf Schokolade, Kaffee, Mobiltelefon, Fernsehen oder ähnliches. Vielleicht haben Sie ja ein „Laster“, dass Sie selbst für vermeidbar halten, auf das Sie aber ungern verzichten. Da wäre ein Verzicht mit Probezeit eine gute Gelegenheit zu testen, wie sehr Sie ihre Gewohnheiten für wirklich unverzichtbar halten. Natürlich sollen Sie jetzt nicht täglich 20 Kilometer in die Arbeit radeln. Aber manche Fahrt ließe sich bestimmt einsparen. Und sicher retten Sie weder die Welt noch Ihr Idealgewicht, wenn es ab Aschermittwoch 6 Wochen lang keinen Tropfen Kaffee und kein Stück Schokolade gibt. Aber vielleicht lernen Sie andere Dinge genießen und kommen ein bisschen zur Ruhe. Wahrscheinlich freuen Sie sich nach dem freiwilligen und zeitlich begrenzten Verzicht dann umso mehr auf Ihre alten Gewohnheiten. Wenn alle Tage Sonntag wäre, dann würde das auch bald langweilig werden – die Abwechslung bringt Freude auf den nächsten Tag, die nächste Woche, den nächsten Urlaub…
Nutzen Sie die Fastenzeit, um Neues auszuprobieren, indem Sie sich bewusst Freiräume schaffen.

 

Quelle: Kayaka.de